Den Dank für die Unterstützung durch den Bauhof bei der Aktion „XXXL – Wir tragen fair“ durfte Bürgermeister Josef Schweinberger von den Weltladenvorsitzenden  Claudia Wahl (von links), Waltraud Schuster und Marlies Voppichler entgegen nehmen. Als kleines äußeres Zeichen bekam er aus dem neuen Weltladensortiment eine der wahrscheinlich fairsten Schokoladen der Welt – komplett in Ghana gefertigt.

 

"SPIZTE NADEL" für die Weltläden

Aktionspreis gegen die dunkle Seite der Modeindustrie

Ihre Aufwartung bei Bürgermeister Josef Schweinberger machten die Buchloer Weltladenvorsitzenden Claudia Wahl, Waltraud Schuster und Marlies Voppichler. Mit im Gepäck hatten sie eine Trophäe: Den Aktionspreis „SPIZTE NADEL 2017“. Vierliehen wurde dieser im Rahmen der Ethical Fashion Show im Funkhaus Berlin an die Weltläden aus unserer Region. Mit der Auszeichnung würdigten die gemeinnützige Gesellschaft cum ratione (Paderborn) und das INKOTA-netzwerk (Berlin) in zwei Kategorien besonders innovative und wirksame Aktionen, die auf die Missstände in der globalen Textil-, Schuh- und Lederindustie aufmerksam machen und sich für die Menschenrechte einsetzen.

Der mit insgesamt 10.000 Euro dotierte Preis ging heuer in der Kategorie „Politische Schlagkraft“ an den H&M-Gesamtbetriebsrat Deutschland (Bereich Sales) für die Initiative „Stopp! Union-Busting“ und die Aktion „XXXL – Wir tragen fair“ von den Weltläden der Region Iller-Lech wurde im Bereich „Breitenwirkung“ ausgezeichnet.

130 selbstgebastelte Riesen-T-Shirts hingen in mehr als 15 Städten und Gemeinden an Lichtmasten, Fahnenstangen und in Schaufenstern. Auf den Etiketten waren Geschichten von Menschen abgedruckt, die sich so oder ähnlich täglich in der Kleiderproduktion abspielen: Sie erzählen von arbeitenden Kindern, von mit Pestiziden vergifteten Vätern und unterbezahlten Müttern. Die Aktion erinnerte im Frühjahr an den Einsturz der Kleiderfabrik Rana Plaza in Bangladesch, dem bislang größten Unglück in der Geschichte der Kleiderproduktion. Kampagnenhöhepunkt war die Kundgebung in der Kemptener Fußgängerzone mit Dr. Gerd Müller, dem Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, resümierte Waltraud Schuster.

Auf der einen Seite freuen sich die Weltladenmitarbeiterinnen über die Würdigung ihrer „Basisarbeit“. Auf der anderen Seite rücken damit die Missstände in der Textilindustrie in den Blick und machen, laut Claudia Wahl, betroffen. Für sie ist Kleidung fair, wenn die Menschen, die sie herstellen, selbstbestimmt agieren, grundlegende Recht haben, von ihrer Arbeit leben können und durch die Arbeit keine gesundheitlichen Schäden davontragen. Global betrachtet ist dies leider größtenteils nicht der Fall, weshalb umso wichtiger ist – bei jedem Kleiderkauf – gezielt die Produktionskette vom Rohstoff bis letztlich zur Entsorgung zu hinterfragen.

Starke Aktionen für faire Kleidung ausgezeichnet:

 

Die SPITZE NADEL 2017 geht an den H&M Gesamt-betriebsrat und 30 Weltläden der Region Iller-Lech

Die gemeinnützige Gesellschaft cum ratione (Paderborn) und das INKOTA-netzwerk (Berlin) hat den Aktionspreis SPITZE NADEL an den Gesamtbetriebsrat von H&M und die Weltläden der Region Iller-Lech verliehen. Die feierliche Preisverleihung fand im Rahmen der Ethical Fashion Show im Funkhaus Berlin statt. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis würdigt Initiativen, die mit besonders innovativen und wirksamen Aktionen auf die Missstände in der globalen Textil-, Schuhund Lederindustrie aufmerksam machen und sich für die Menschenrechte bei der Arbeit einsetzen.
In der Kategorie „Politische Schlagkraft” zeichnete die achtköpfige Jury den H&M-Gesamtbetriebsrat Deutschland (Bereich Sales) für die Aktion „Stopp! Union-Busting“ aus. Er hatte Ende 2016 eine Solidaritätsaktion für entlassene und verhaftete Textilarbeiter in Ashulia (Bangladesch) gestartet, die für höhere Löhne protestiert hatten. Der Betriebsrat forderte die H&M-Konzernleitung auf, Verantwortung zu tragen und Einfluss zu nehmen, damit die inhaftierten Arbeiter freigelassen werden. Im Zusammenspiel mit einer internationalen Solidaritätskampagne konnten sie erreichen, dass die Inhaftierten freigelassen wurden. Die internationale Gewerkschaft IndustriaALL und der bangladeschische Arbeitgeberverband unterzeichneten eine Übereinkunft, damit alle Arbeiter wieder eingestellt
werden. Viele sind jedoch noch immer ausgesperrt und es existieren „schwarze Listen“ unliebsamer Arbeiter.
„Das Vorgehen des Gesamtbetriebsrates von H&M ist ein mutiger Einsatz, der absolute Vorbildfunktion hat. Wir wünschen uns, dass sich noch mehr Arbeitnehmervertretungen großer Modekonzerne trauen, aufzustehen und
sich für Menschenrechte bei der Produktion der von ihnen verkauften Textilien stark zu machen. Der Einsatz zeigt, dass es sich lohnt, gegen die Missstände in der Textilindustrie vorzugehen”, erläutert Kerstin Haarmann von der gemeinnützigen Gesellschaft cum ratione aus Paderborn, die den Preis initiiert hat. Saskia Stock, Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates von H&M, kündigte auf der Preisverleihung in Berlin an, das Preisgeld direkt für Projekte eines unabhängigen Bildungswerkes in Asien einzusetzen.
Die Aktion „XXXL – Wir tragen fair“ der Weltläden Iller-Lech wurde in der Kategorie „Breitenwirkung“ gewürdigt.

Ein Zusammenschluss aus 30 Weltläden in 15 Gemeinden der Region führte innerhalb des letzten Jahres zahlreiche lokale Aktionen durch, um die Bevölkerung auf Missstände in der Modeindustrie aufmerksam zu machen. In den Städten und Gemeinden der Region sorgte eine Straßenausstellung mit Riesen-T-Shirts, die an Masten und Bäumen angebracht waren, über Tage für Aufsehen und Medienberichte. Aktionshöhepunkt war ein Sternmarsch in die Innenstadt von Kempten, bei dem sich auch lokale Politiker und der Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller als Gastredner zu einem fairen Handel und Menschenrechten bei der Arbeit bekannten.
Berndt Hinzmann, Referent beim INKOTA-netzwerk und Mitinitiator der SPITZEN NADEL, erklärt: „Es ist wunderbar, dass immer mehr Menschen in der Öffentlichkeit klar und eindeutig für einen fairen Handel eintreten.
Die Zeit der Ausreden ist vorbei. Die Menschen wollen die ganze Rechnung sehen. Deshalb fordern wir Transparenz statt Versteckspiel: Politik und Unternehmen müssen für die Einhaltung der Menschenrechte sorgen
und der Öffentlichkeit transparent berichten!“

Das Bild links zeigt alle Preisträger und die Jury. Die Vertreter der Weltläden Iller/Lech sind von rechts: Gebhard Dischler (Weltladen Schwabmünchen), Berndt Hinzmann (Netzwerk Inkota), Georg Jutz (Weltladen Memmingen) und Felizitas Smith (Eine Welt Netzwerk Bayern e.V.)

Das Bild rechts zeigt die Auszeichnung "Die Spitze Nadel 2017"

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